Amazon startet eigenen Paketdienst

Worüber schon lange spekuliert wurde, wird nun Wirklichkeit. Wie das Wall Street Journal berichtet, startet Amazon mit der Bezeichnung SWA (Shipping with Amazon) seinen eigenen Paketdienst und lässt die Aktienkurse etablierter Anbieter innerhalb kurzer Zeit um mehrere Prozent abstürzen.

Der Start ist vorerst regional begrenzt in Los Angeles und vorerst nur für Amazon-Marktplatzhändler geplant. Man kann jedoch davon ausgehen, dass der Service in naher Zukunft regional ausgeweitet wird und auch für externe Unternehmen geöffnet wird.
Amazon versucht mit diesem Schritt, sich mittel- und langfristig von den etablierten Paketdienstleistern unabhängig zu machen. Wie t3n schreibt, dürfte die Entscheidung, eigene Logistikstrukturen aufzubauen, weniger aus der Überlegung heraus resultieren, „die nächste Branche aufzumischen“, sondern vielmehr dürfte Amazon befürchten, dass, der Kunde unter der Überlastung der Zusteller leiden wird.

Zwar hat Amazon mit Amazon Flex in den letzten Jahren in den USA und Deutschland bereits eine interne Lösung für die Lieferung der letzten Meile gestartet, doch geht diese Ankündigung wesentlich weiter und lässt mit SWA einen vollwertigen neuen Konkurrenten von Anbieter wie UPS, FedEx und DHL enstehen.

Besonders interessant dürfte SWA dabei für Händler sein, die eigene Warenlager betreiben. Im Rahmen des neuen Services holt SWA die Pakete beim Händler ab und liefert diese an die Kunden. Händler können diese Produkte dadurch mit dem Prime-Label anbieten, welches sich erfahrungsgemäß sehr stark auf die Umsätze auswirkt.
Ein weiterer Vorteil dürfte jener sein, dass Amazon mit dem Lieferservice die eigenen Logistikzentren entlastet.

Laut WSJ plant Amazon, die Preise der Konkurrenten zu unterbieten, wobei die genaue Preisstruktur jedoch noch unklar ist.

Die Ankündigung von Amazon kommt dabei genau zu einem Zeitpunkt, in dem etablierte Anbieter zunehmend unter der Paketflut stöhnen und bereits an Extragebühren für die Haustürzustellung nachdenken. Dass sich die Logistikbranche mit diesen Überlegungen selbst ins Abseits stellt, fasst dieser Artikel von t3n sehr gut zusammen. Zu dem Artikel der WSJ gab es bislang jedoch keine offizielle Stellungnahme und Bestätigung von Amazon selbst.