Virtuelle Influencer – die nächste Stufe von Influencer Marketing in China

Von Influencern wird in der Werbung seit etwa 2007 gesprochen.
Entstanden ist dieser Begriff dabei auf der Grundlage des im Jahre 2001 erschienen Bestsellers des US-amerikanischen Psychologen und Wirtschaftswissenschaftlers Robert Cialdini Influence: Science and Practice.
Cialdini beschreibt in diesem Werk sechs Prinzipien der Überzeugung und Einflussnahme:

  • Das Prinzip der Gegenseitigkeit (Reciprocity )
  • Das Sympathieprinzip (Liking)
  • Das Prinzip der Autorität (Authority)
  • Prinzip der sozialen Bewährtheit (Social Proof)
  • Das Prinzip der Knappheit (Scarcity)
  • Das Prinzip der Konsistenz (Commitment/consistency)

Die Verkaufsthesen von Cialdini haben dabei speziell durch den Siegeszug der sozialen Medien stark an Relevanz und Beliebtheit gewonnen.

In China wird seit kurzem ein neuer Trend immer beliebter. Virtuelle Meinungsführer (Key Opinion Leaders, KOLs) sind ein immer beliebterer Weg, um speziell mit einem jungen Publikum in Kontakt zu treten.

Dieser Trend dürfte auch durch die Tatsache bedingt sein, dass die chinesische Regierung immer stärker gegen die Promi-Kultur vorgeht, da diese als schädlich für die geistige Gesundheit der chinesischen Jugend angesehen wird. So ist beispielsweise die Internetpräsenz von Zhao Wei, einer sehr bekannten Schauspielerin und Influencerin, seit ein paar Wochen aus unerklärlichen Gründen so gut wie nicht mehr vorhanden.

Tatsächlich hat der Trend mit virtuellen Influencern und Idolen speziell in den letzten Monaten an Fahrt aufgenommen, wobei der Umsatz einer Studie von iiMedia Research zufolge von 487 Millionen Dollar im Jahre 2020 auf knapp 875 Millionden Dollar dieses Jahr steigen sollte.

China’s virtual idol industry was worth RMB 3.46 billion ($487 million) in 2020, an increase of 70 per cent year-on-year, and is forecast to top RMB 6 billion ($875.9 million) in 2021. Marken können dabei mit einem hyperrealistischen „Meta-Menschen“ wie Ayayi, mit einem „virtuellen Idol“ wie dem digitalen Künstler Luo Tianyi oder sogar mit einer Figur aus einem bestehenden Franchise wie einem Handyspiel zusammenarbeiten oder auch ihre eigene virtuelle Influencer-Figur schaffen.

Der folgende Beitrag von Ecoconsultancy beschreibt sehr gut wie dieser Trend in China zunehmend an Fahrt aufnimmt und möglicherweise auch bald in den westlichen Ländern auftreten dürfte.

Weiterführende Infos: