Wenn der Kommentar einer eifersüchtigen Ehefrau ein ganzes Geschäftsmodell gefährden kann

Zhang Dayi ist eine berühmte chinesische Modebloggerin/Unternehmerin/Designerin und gehört zu den führenden Influencern (in China auch KOL – Key Opinion Leader genannt), welche über Posts und Videos tausende von Produkte in wenigen Minuten verkaufen.

Zhang Dayi ist gleichzeitig die mit Abstand wichtigste Influencerin von Ruhnn, der größten chinesischen Full-Service-Influencer-Agentur welche im April 2019 an der NASDAQ den IPO durchgeführt hat.
Die Bedeutung von Zhang Dayi für Ruhnn wird klar, wenn man sich die Geschäftszahlen ein wenig genauer anschaut. So trug Zhang Dayi im Geschäftsjahr 2017, im Geschäftsjahr 2018 und in den ersten drei Quartalen des Geschäftsjahres 2019 50,8 %, 52,4 % und 53,5 % zu den Gesamteinnahmen von Ruhnn bei, was die Fragilität des Geschäftsmodells unschwer erkennen lässt.

Nur knapp 19 Monate nach dem IPO hat sich Runn im November 2020 wieder von der Börse verabschiedet. Der Aktienkurs war zuletzt mehr als 70% gefallen. Die Investoren scheinen das Influencer-Geschäftsmodell von Rohnn zunehmend als zu riskant zu bewerten.

Ein wichtigen Grund für dieses schwindende Vertrauen dürfte dabei laut diversen Berichten der Skandal rund um Zhang Dayi und dem Präsidenten von Taobao und Tmall, Jiang Fan, sein.
Ausgangspunkt und Hintergrund dieses Skandals war ein am 17. April 2020 veröffentlichter Kommentar einer Weibo-Nutzerin, in welchem sie die Influencerin Zhang Dayi davor warnte, sich mit ihrem Mann „anzulegen“. Dieser Kommentar wurde von chinesischen Medien später der Ehefrau von Jiang Fan zugeschrieben.
Die Folge war ein Sturm der Entrüstung, welcher den Ruf von Zhang Dayi innerhalb kurzer Zeit schwer beschädigte und auch Jiang Fan später selbst den Posten bei Tmall und Taobao kostete.