Re.Think.
Wert entsteht selten , wo man ihn vermutet.
Geschichten über Gier, irrationales Verhalten, Anreize und Entscheidungen. Und über die Muster, die sich dahinter wiederholen.
-
Der Wert eines Angebots hängt davon ab, was daneben liegt

New York in den 1930er-Jahren. Zwei Brüder betreiben eine Schneiderei. Sid verkauft vorne im Laden, Harry näht hinten. Ein Kunde probiert einen Anzug an und fragt nach dem Preis. Sid gibt vor, schwerhörig zu sein und ruft nach hinten: „Harry, was kostet der Anzug?“ „42 Dollar!“, ruft Harry zurück. Sid hält die Hand ans Ohr.… Weiterlesen
-
Der IKEA-Effekt. Warum Arbeit Wert schafft

In den Fünfzigerjahren brachte die Lebensmittelindustrie eine Backmischung auf den Markt, die Hausfrauen möglichst viel Arbeit abnehmen sollte. Wasser hinzufügen, umrühren, backen. Das Produkt funktionierte einwandfrei. Trotzdem verkaufte es sich schlecht. Die Lösung war überraschend. Das enthaltene Eipulver wurde entfernt. Die Kundin musste nun selbst ein frisches Ei aufschlagen und unter den Teig mischen. Objektiv… Weiterlesen
-
Produkte werden gemacht. Wert wird erzählt.

Im Jahr 1637 wurde eine Tulpenzwiebel zum Preis eines Amsterdamer Grachtenhauses gehandelt. Die Semper Augustus war selten und außergewöhnlich schön. Doch das allein erklärt ihren Wert nicht. Die Menschen kauften keine Blume. Sie kauften die Geschichte der schönsten Tulpe der Welt. Bis die Geschichte nicht mehr funktionierte. Heute erzählen wir andere Geschichten. Bitcoin ist nicht… Weiterlesen
-
Der Preis der ewigen Liebe. Ein Produkt, das niemand verkaufen sollte

Warum ist ein Produkt mehr wert als das Material, aus dem es besteht? Wie entsteht ein Preis, der sich nicht durch Funktion, Herstellungskosten oder objektive Seltenheit erklären lässt? Und weshalb erscheinen manche Dinge austauschbar, während andere zu Symbolen werden, deren Wert kaum noch verhandelbar ist? Marken versuchen gewöhnlich, Menschen einen Grund zum Kaufen zu geben.… Weiterlesen
-
Die Frage, die beim Preis fast immer falsch gestellt wird

Meistens lautet sie: Was lässt sich verlangen? Was zahlt der Markt? Wo liegt die Schmerzgrenze? Jede dieser Fragen setzt dasselbe voraus. Dass zuerst das Produkt existiert und die Zahl danach kommt. Dass ein Preis beschreibt, was ohnehin schon da ist. Genau diese Annahme hält einer Messung nicht stand. Ein Preis beschreibt ein Produkt nicht. Er… Weiterlesen
-
Sieben Wörter. Der größte Hebel liegt selten dort, wo am meisten investiert wird

Es gibt Sätze, die seit Jahren an derselben Stelle stehen und die niemand mehr liest. Zu vertraut, zu selbstverständlich, zu offensichtlich richtig. An einem solchen Satz änderte eine Texterin sieben Wörter. Nicht das Produkt. Nicht den Preis. Nicht das Budget, nicht den Kanal, nicht die Zielgruppe. Sieben Wörter am Ende. Danach fiel ein Verkaufsrekord, der… Weiterlesen
-
Wie man Menschen dazu bringt, etwas zu begehren, das sie geschenkt nicht wollten

Es gibt Dinge, die niemand haben will, solange sie jedem offenstehen. Ein Herrscher versuchte jahrelang, seinen Untertanen ein neues Nahrungsmittel aufzudrängen. Erklärt, angeordnet, kontrolliert, unter Androhung von Strafe. Das Ergebnis war Widerstand. Dann änderte er eine einzige Sache. Nicht das Produkt. Nicht den Preis. Nicht die Argumente, nicht die Strafen, nicht die Menge. Wenige Jahre… Weiterlesen
-
Kunden kaufen nicht Ihr Produkt. Sie kaufen sich selbst

Menschen kaufen nie das Produkt. Sie kaufen das Bild von sich selbst, das der Kauf erzeugt. Wer im Hochpreissegment über Eigenschaften argumentiert, hat deshalb schon verloren: Eigenschaften laden zum Vergleichen ein, und wer vergleicht, drückt den Preis. Die Geschichte verschiebt die Frage von „Was kostet das?“ zu „Wer bin ich, wenn ich das habe?“ Auf… Weiterlesen
-
Warum die meisten Analysen das richtige Ergebnis zum falschen Problem liefern

Santa Fe, 1943. Der Physiker Edwin Land macht Urlaubsfotos von seiner dreijährigen Tochter Jennifer. Sie will das Bild sehen, sofort, und versteht die Antwort nicht: Der Film muss erst ins Labor, das dauert Tage. Also stellt sie die Frage, die nur ein Kind stellen kann: „Warum kann ich das Bild nicht gleich sehen?“ Jeder Erwachsene… Weiterlesen
-
Der Milchshake fährt Auto. Der wahre Job steht meist in keiner Marktanalyse

Eine amerikanische Fast-Food-Kette, Mitte der 2000er. Der Konzern will mehr Milchshakes verkaufen und tut, was Konzerne tun: Er befragt seine Kunden. Soll der Shake dicker sein? Schokoladiger? Billiger? Mit mehr Stückchen? Die Kunden antworten brav, die Rezeptur wird verbessert, das Marketing nachgeschärft. Der Absatz bewegt sich nicht. Dann schickt der Konzern ein Team um den… Weiterlesen
-
1175 Dollar für einen da Vinci. Warum Ihre Kunden nie das Produkt kaufen

2005 wechselte ein kleines Christusbild bei einer Nachlassauktion für 1.175 Dollar den Besitzer. 2017 fiel bei Christie’s der Hammer für dasselbe Bild bei 450 Millionen. Kein Pinselstrich kam in diesen zwölf Jahren hinzu, kein Gutachten wurde zweifelsfreier, die Zuschreibung an Leonardo blieb umstritten. Christie’s machte aus der lückenhaften Herkunft kein Risiko, sondern das Produkt: Ein… Weiterlesen
-
Die Löcher, die keiner sah. Ihre wichtigsten Daten sind die, die fehlen

1943 sollte ein Mathematiker der US-Armee sagen, wo Bomber gepanzert werden müssen. Die Daten waren eindeutig: Rumpf und Tragflächen voller Einschusslöcher. Alle empfahlen, dort zu panzern. Abraham Wald empfahl das Gegenteil, die unversehrten Stellen. Denn die Maschinen mit Treffern im Motor kamen nie zurück und tauchten deshalb in keiner Statistik auf. Die Karte zeigte nicht,… Weiterlesen
-
„Price is what you pay. Value is what you get.“

Der Warren Buffett zugeschriebene Satz gilt nicht nur für Investoren. Er beschreibt ein Grundproblem vieler Unternehmen. Der Preis zeigt, was ein Kunde bezahlt. Der Wert zeigt, was sich für ihn verändert. Ein Angebot spart Zeit, reduziert Risiken, löst ein Problem oder eröffnet eine neue Möglichkeit. Genau darin liegt sein Wert. Nicht in den Herstellungskosten, nicht… Weiterlesen
-
Der Umschlag blieb zu. Die wertvollste Ressource ist selten die, für die man sie hält

Stanford, ein Mittwochnachmittag. Die Professorin Tina Seelig teilt ihren Kurs in vierzehn Teams und legt jedem Team einen verschlossenen Umschlag auf den Tisch. Darin befinden sich fünf Dollar. Die Aufgabe klingt denkbar einfach: Macht daraus so viel Geld wie möglich. Doch das Experiment hat besondere Regeln. Bevor Sie weiterlesen, nehmen Sie sich ein paar Minuten… Weiterlesen
-
La Via Negativa. David war immer im Stein

Florenz, 1501. Im Innenhof der Dombauhütte liegt seit fast vierzig Jahren ein Marmorblock. Über fünf Meter hoch, aus Carrara, teuer bezahlt. Zwei Bildhauer haben es vor ihm versucht und aufgegeben. Der Block gilt als verdorben, zu schmal, an einer Stelle bereits falsch angeschlagen. Die Florentiner nennen ihn nur noch il Gigante, den Riesen. Ein Problem,… Weiterlesen
-
Optimieren Sie das Bekannte. Aber bauen Sie für das Unbekannte

Jedes Unternehmen optimiert. Kampagnen werden effizienter, Prozesse schneller, Preise präziser und Forecasts genauer. Das ist notwendig. Wer sein bestehendes Geschäft nicht verbessert, verliert an Wettbewerbsfähigkeit. Doch Optimierung hat eine Grenze. Sie funktioniert vor allem dort, wo die Spielregeln bekannt sind. Sie setzt voraus, dass vergangene Daten ausreichend erklären, was künftig geschehen wird. Genau diese Voraussetzung… Weiterlesen
